Aromaheilkunde | Teil 3

Ätherische Öle im Lauf der Geschichte Inspiriert durch Gattefosse's Veröffentlichungen kurierte der Militärchirurg Jean Valnet Kriegsverletzungen während des zweiten Weltkrieges mit ätherischen Ölen. Nach Kriegsende fing er an, in seiner Arztpraxis Patienten nur noch mit ätherischen Ölen und Kräutern zu behandeln. Seine Heilerfolge gaben ihm recht. Nach Veröffentlichung seines Werkes "Aromatherapie: Traitement des Maladies par les essences des Plantes", das ihm weltweite Anerkennung brachte, begann er, Kollegen in der Aromatherapie auszubilden. Inzwischen hat sich Frankreich zu einem Hauptproduzenten und der kleine südfranzösische Ort Grasse, in dem Gattefossé lebte, zu einer Art Welthandelszentrum für ätherische Öle entwickelt.

Quellennachweis: Dietmar Krämer, Esoterische Therapien 1, Ansata-Verlag, Bern.
ISBN 3-502-20163-3


Qualitätsanforderungen von Jürgen Trott-Tschepe, Berlin, BRD

Die verwendeten ätherischen Öle und Hydrolate müssen nach aromatherapeutischen Grundsätzen produziert worden sein. Die Destillation muss unter schonenden Bedingungen erfolgen, welche die vollständige Anwesenheit aller in der Pflanze vorhandenen ätherischen Substanzen in den mengenmäßigen Anteilen im ätherischen Öl garantiert. Die angewandten ätherischen Öle müssen der botanischen Nomenklatur und in ihrer biochemischen Zusammensetzung der angegebenen biochemischen Spezifität entsprechen. Auch dürfen die Öle, was im Industrie- oder Kosmetik-Standard häufig vorkommt, weder verfälscht noch rektifiziert, noch standardisiert worden sein.

Ebenso dürfen keine Öle verwendet werden, die nicht durch Wasserdampfdestillation gewonnen wurden - Citrus-Essenzen ausgenommen. Diese Pflanzenöle sollten durch mechanische Kaltpressung ohne Nachraffination gewonnen sein. Die Hydrolate sind vor der Verwendung durch Geruchsprobe auf ihre Eignung zu prüfen, da sie je nach Pflanzenart eine unterschiedliche Haltbarkeit von 6 Monaten bis 2 Jahre haben können. In der Regel ergeben sorgfältige Destillationen auch gut haltbare Hydrolate, kühle, lichtgeschützte Lagerung vorausgesetzt.

Alle ätherischen Öle sind frei verkäuflich, obschon sie bei unsachlicher Anwendung auch kontraindizierte Wirkungen haben können. Es werden immer noch falsche Öle nach "Gefühl" oder "Intuition", meist in viel zu hoher Dosierung verwendet (Teebaum-Welle). Dazu kommt eine Unkenntnis der biochemischen Spezifitäten und im Handel ein Unwissen über die Herkunft und Produktion. Der Handel kauft leider immer noch nach dem Preis ein. Die gesetzlichen Einfuhrbestimmungen in der EU und speziell in der BRD für ätherische Öle sind so rigoros, dass nur noch Großhandels-Firmen sich die Einfuhr leisten können, dies dann allerdings im industriellen Maßstab. Der Detailhandel muss über diesen Großhandel einkaufen. Diese Praktik berücksichtigt die obigen Kriterien nur ungenügend und wirkt einer sachlich richtigen aromatherapeutischen Anwendung entgegen. Gute ätherische Öle werden meist von kleinen Firmen mit hohem ethischen Niveau der Beteiligten angeboten.

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