Aromaheilkunde im Spital
In einigen deutschen und österreichischen Krankenhäusern wird bereits erfolgreich mit ätherischen Ölen gearbeitet. Der Einsatz von natürlichen ätherischen Ölen im klinischen Bereich hat mehrere Vorteile:
Einige ätherische Öle haben die Fähigkeit, unkomplizierte, aber auch multiresistente pathogene Keime "in Schach" zu halten oder gar auszuschalten. Die britische Aromatherapeutin, Krankenschwester und Dozentin Jane Buckle bringt sogar die Idee auf, dass die Öle die Antibiotika der Zukunft darstellen könnten. Mit Hilfe des "Aromatogramms" sind sie sehr gezielt einsetzbar.
Da die pathogenen Keime schneller mutieren können als die Wissenschaft neue Medikamente gegen sie synthetisieren kann, stellen die sehr komplex zusammengesetzten und von Ernte zu Ernte leicht variierenden ätherischen Öle eine große Chance dar. Es lohnt sich also, die vielen bereits gemachten Forschungsergebnisse dazu zu beachten und auch in neue Forschung zu investieren. Denn noch erkranken zu viele Menschen im Krankenhaus.
Einige ätherische Öle haben immunmodulatorische Wirkung und stabilisieren so den Gesundheitszustand von PatientInnen und Personal.
Zahlreiche ätherische Öle wirken stark entspannend und angstlösend und tragen "bei topischer Anwendung" zur Genesung, vor allem der gestressten und ängstlichen PatientInnen bei. Bei Anwendung im Raum wird der Stressfaktor "Krankenhaus" gemildert und gleichzeitig erfolgt eine gewisse Luft-Desinfektion der Räumlichkeiten. Insbesondere in der Psychiatrie, Onkologie und in der Geburtshilfe sind hier mutmachende Resultate zu beobachten.
Gezielter Einsatz von ätherischen Ölen beispielsweise bei Pseudomonas aeruginosa-Infektionen beschleunigt die Heilung und hilft Patienten und Pflegekräften, besser mit dem meist als peinlich empfundenen Geruch zurechtzukommen. Das gilt natürlich auch bei sonstigen LangzeitpatientInnen, die sich durch Besonderheiten ihrer Erkrankung und hygienischen Problemen oft "nicht mehr riechen" können. Hier können Waschungen und Bäder sehr hilfreich sein.
Manche ätherische Öle und im Idealfall noch zusätzlich einfache (Teil-) Massagen oder Einreibungen können Medikamente wie beispielsweise Kopfschmerzmittel, Schlaftabletten, Dekubitus-Prophylaxe-Produkte, Aknesalben, Expektorantien und Carminativa ersetzen oder deren Wirkung ergänzen. Und das zu einem oft geringeren Preis. In Zeiten des Spardrucks im Gesundheitssystem sicherlich ein wichtiger Aspekt.
Die Anwendung von ätherischen Ölen bedeutet auch eine menschliche Zuwendung zu den PatientInnen, die meist dankbar angenommen wird.
Jane Buckle bringt es mit "bringing the care back into healthcare" auf den Punkt. Zudem findet das Pflegepersonal wieder mehr Freude und Erfüllung in seinem emotional und körperlich anstrengenden Beruf.